Bericht zum ersten Workshop „Gemeinsam gegen Gewalt und Radikalisierung“

Einführung und Rahmenbedingungen

Am 25. April 2026 veranstaltete der Afghanische Kulturverein AKIS in Pappelweg 4, 1220 Wien den ersten Workshop der neuen Serie „Gemeinsam gegen Gewalt und Radikalisierung“. Ziel der Veranstaltung war es, insbesondere afghanische Frauen und junge Frauen zu stärken, umfassend über Gewaltprävention aufzuklären und gemeinsam Perspektiven für eine gewaltfreie Zukunft zu entwickeln. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Sensibilisierung für Radikalisierungsprozesse und der Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Begrüßung und Programmvorstellung

Der Obmann des Vereins AKIS, Herr Ghousuddin Mir, eröffnete die Veranstaltung und hieß die Teilnehmerinnen herzlich willkommen. Im Anschluss stellte Ariena Sherzai das Tagesprogramm vor. Die Workshopleiterin Maryam Khawari erläuterte gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Hadia Tahiri den Ablauf der Sitzung und führte durch die verschiedenen Programmpunkte.

Fachvorträge: Formen von Gewalt und Prävention

Ein zentraler Bestandteil des Workshops waren die Beiträge externer Expertinnen, die das Thema häusliche und strukturelle Gewalt behandelten:

  • Maryam Singh (MIGRATION) sowie Mag.a Maria Rösslhumer (Verein SToP – Stadtteil ohne Partnergewalt) referierten ausführlich über die verschiedenen Ausprägungen von Gewalt.
  • Dabei wurde betont, dass Gewalt nicht nur körperlicher Natur ist, sondern auch psychische und strukturelle Formen umfasst.
  • Die Expertinnen informierten zudem über die Bedeutung von Bildung und die gezielte Entwicklung von Talenten als Schutzfaktoren.
  • Ein wichtiger Teil des Vortrags war die Vorstellung konkreter Anlaufstellen und Hilfseinrichtungen für Frauen in schwierigen Lebenssituationen.

Die Vorträge wurden zeitgleich in farsi und pashto übersetzt.

Geschützter Raum und Privatsphäre

Ein wesentlicher Diskussionspunkt, der von vielen Teilnehmerinnen aktiv angesprochen wurde, war der Wunsch nach einem geschützten Rahmen. Mehrere Frauen äußerten die Sorge, dass Fotoaufnahmen während des Workshops zu Problemen in ihrem privaten oder familiären Umfeld führen könnten. Die Organisatoren nahmen diese Bedenken sehr ernst und stellten sicher, dass der Workshop als sicherer Raum („Safe Space“) ohne Fotoaufnahmen durchgeführt wurde, um einen vertrauensvollen Austausch zu ermöglichen.

Teilnehmerstatistik und interaktiver Austausch

Insgesamt hatten sich 20 Frauen für die Veranstaltung angemeldet, von denen 12 teilnahmen. Es wurde zudem Kinderbetreuung für 6 anwesende Kinder angeboten.

  • Engagement junger Frauen: Besonders erfreulich und hervorzuheben war die starke Präsenz und aktive Beteiligung der jungen Frauen. Sie sprachen sich dezidiert gegen Gewalt aus, betonten, dass Bildung der Schlüssel zur Vermeidung von Extremismus sei, und äußerten den Wunsch nach weiteren gemeinsamen Workshops.
  • Vorschläge der Teilnehmerinnen: In den interaktiven Runden wurden zahlreiche eigene Ideen eingebracht. Gewünscht wurden unter anderem weiterführende Workshops sowie spezifische Beschäftigungsangebote für Frauen (und auch für Männer in der Community), die derzeit ohne Tätigkeit sind, um familiäre Anspannungen zu reduzieren.

Die rege Beteiligung und das positive Feedback der jungen Frauen zeigen den hohen Bedarf an solchen Formaten. Der Workshop bestätigte erneut, dass die Stärkung der Gemeinschaft und der offene Austausch über Tabuthemen in einem geschützten Rahmen wesentliche Schritte im Kampf gegen Gewalt und Extremismus sind.

Die Workshopserie “Gemeinsam gegen Gewalt und Radikalisierung” wird vom österreichischen Sozialministerium finanziert.

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