ZIEL DIESER VERANSTALTUNG
ABSTAND VON SPALTUNG UND HASS – FÜR EIN FRIEDLICHES ZUSAMMENLEBEN UND EIN HARMONISCHES MITEINANDER IN EINEM GEIST DER LIEBE, DES RESPEKTS UND DER MENSCHLICHKEIT
Wien, 12. September 2026:
Afghanische, tadschikische und iranische Migrant:innen, die in Österreich leben, haben sich heute in Wien – fernab von politischen Auseinandersetzungen und Kontroversen – bei einer besonderen Kulturveranstaltung zum Geburtstag des großen Dichters und Gelehrten Molana Dschalaluddin Mohammad Balkhi (Rumi) versammelt.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Afghanischen Kultur, Integrations- und Sportverein AKIS, dem Verein der Tadschik:innen in Österreich und der Afghanischen Diaspora in Europa organisiert. Zahlreiche Kulturschaffende, Schriftsteller:innen, Künstler:innen sowie Interessierte an der persischen Sprache und Kultur nahmen daran teil. Die Veranstaltung schuf einen besonderen Raum für Begegnung, gegenseitiges Verständnis und kulturelle Verbundenheit.
Moderiert wurde das Programm von Fariba Naderi und Hosna Naderi. Teile der Veranstaltung wurden auf Persisch und Deutsch gestaltet. Mit dem Lied „Del-e Mast-e Parsi“ und einem von den Organisator:innen getragenen Bild von Molana wurde der offizielle Teil der Veranstaltung eröffnet.
Bei der Eröffnung sprachen Ghousuddin Mir, Vorsitzender des Afghanischen Kultur, Integrations- und Sportvereins AKIS und Gründer der Zeitschrift „Banu – Herausgeberin der Gedanken afghanischer Frauen in Europa“, gemeinsam mit Samira Tajikuddin aus Iran, Abdullah aus Tadschikistan und Reza Sadat von der Afghanischen Diaspora in Europa. Damit wurde die Veranstaltung offiziell eröffnet.
Vorträge und kulturelles Programm
Im weiteren Verlauf hielt der renommierte Schriftsteller und Forscher Karimi Astalefi den Hauptvortrag. Er sprach über die Bedeutung der Würdigung des Geburtstags Molanas sowie über seine herausragende Stellung im kulturellen und zivilisatorischen Raum der persischsprachigen Welt.
Anschließend beteiligten sich zahlreiche Dichter:innen, Künstler:innen und Kulturschaffende am Programm. Unter ihnen waren Kushan, Amin Haidari, Halima Shakiba, Marzia Haidari, Aramesh, Samira Tajikuddin, Ansari aus Finnland, Mohseni, Masouma Safa und Hamid Faizi. Sie bereicherten die Veranstaltung mit Gedichten, Redebeiträgen und künstlerischen Darbietungen.
Auch das künstlerische Programm fand großen Anklang. Herr Yousefi präsentierte einen traditionellen Sama-Tanz. Darüber hinaus trat Monse Mohsen-Zadeh auf, und die Gruppe Daf-e Iran sorgte mit ihrer musikalischen Darbietung für eine besondere Atmosphäre.
Die Teilnehmer:innen konnten während der Veranstaltung auch traditionelle Speisen genießen und verbrachten den weiteren Abend in einer offenen, freundschaftlichen und kulturell vielfältigen Atmosphäre miteinander.
Erstmals ein Podium zu Sprache und persischer Kultur
Ein besonders wichtiger und neuer Bestandteil des Molana-Abends war ein Gesprächspanel über Sprache, Kultur und die kulturelle Verantwortung der persischsprachigen Gemeinschaften. Ein solches Format wurde in diesem Rahmen erstmals in Österreich durchgeführt.
Am Podium nahmen Ghousuddin Mir, Samira Tajikuddin, Faizi, Mohseni und Azhar Yousefi teil. Das Gespräch wurde von Reza Sadat moderiert.
Im Mittelpunkt standen die Bedeutung der persischen Sprache, die Bewahrung des kulturellen Erbes sowie die Verantwortung und Rolle der persischsprachigen Gemeinschaften in Europa. Die Teilnehmer:innen tauschten unterschiedliche Perspektiven aus und diskutierten darüber, wie Sprache und Kultur auch in der Diaspora lebendig gehalten und an jüngere Generationen weitergegeben werden können.
Plädoyer für kulturelle Freiheit und die Verantwortung zum Schutz der persischen Sprache
Zum Abschluss der Veranstaltung würdigte Ghousuddin Mir alle Mitarbeiter:innen, Helfer:innen und Mitwirkenden, die durch ihre Unterstützung und ihr Engagement zum Gelingen des Molana-Abends beigetragen hatten.
In seinen abschließenden Worten bezeichnete Mir die Veranstaltung als einen „ersten Schritt zur Einheit und Verbundenheit der persischsprachigen Menschen“. Er betonte, dass die Pflege und Förderung der eigenen Sprache und Kultur im Rahmen der bürgerlichen und demokratischen Freiheiten ein legitimes Recht jedes Menschen und jeder Gemeinschaft sei.
Die Unterstützung der persischen Sprache, so Mir, bedeute keineswegs eine Ablehnung anderer Sprachen oder Kulturen. Im Gegenteil: Kulturelle Vielfalt könne eine Grundlage für einen positiven kulturellen Austausch, einen gesunden Wettbewerb zwischen Kulturen und ein besseres gegenseitiges Verständnis sein.
Mir unterstrich außerdem, dass die Veranstaltung keine politische oder extremistische Ausrichtung habe. Politik, Extremismus und staatliche Interessen sollten seiner Ansicht nach nicht in solche kulturellen Initiativen hineingetragen werden. Der Molana-Abend sei vielmehr eine eigenständige und von der Zivilgesellschaft getragene kulturelle Initiative zur Bewahrung des gemeinsamen kulturellen und sprachlichen Erbes.
In einem weiteren Teil seiner Rede kritisierte Mir die seiner Ansicht nach unzureichenden kulturellen Aktivitäten innerhalb eines Teils der persischsprachigen und tadschikischen Gemeinschaften. Trotz einer reichen kulturellen und literarischen Tradition gebe es seiner Meinung nach noch zu wenige organisierte und nachhaltige Initiativen zur Förderung und Bewahrung der persischen Sprache.
Im Gegensatz dazu bezeichnete Mir die Hazara Afghanistans als eine der derzeit besonders aktiven Gruppen bei der Förderung und Verteidigung der persischen Sprache. Durch kulturelle, literarische und wissenschaftliche Veranstaltungen würden sie wesentlich dazu beitragen, diese Sprache lebendig zu halten und ihr kulturelles Erbe zu bewahren.
Mit Blick auf die Situation innerhalb der tadschikischen Gemeinschaft fügte Mir kritisch hinzu, dass ein Teil dieser Gemeinschaft von Unachtsamkeit, Zerstreuung, Spaltungen sowie inneren und äußeren Konflikten geprägt sei. Anstatt stärker in Kultur und Sprache zu investieren, werde zu viel Energie für Auseinandersetzungen und Differenzen aufgewendet.
Die Bewahrung der persischen Sprache, so Mir, erfordere daher kulturelles Engagement, Zusammenhalt, langfristige Planung und gemeinsame Verantwortung.
Abschließende Botschaft
Der Molana-Abend in Wien hat durch die gemeinsame Teilnahme von Afghan:innen, Tadschik:innen und Iraner:innen gezeigt, dass Sprache und Kultur eine wichtige Grundlage für Dialog, gegenseitiges Verständnis, Zusammenhalt und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gemeinschaften sein können.
Die Organisator:innen äußerten die Hoffnung, dass diese Veranstaltung den Beginn einer stärkeren kulturellen Zusammenarbeit unter den persischsprachigen Gemeinschaften in Europa bildet und in den kommenden Jahren mit einer noch größeren Beteiligung von Kulturschaffenden, Künstler:innen, Schriftsteller:innen und insbesondere der jüngeren Generation fortgesetzt wird.
Liebe statt Hass, Verständnis statt Ausgrenzung und kulturelle Zusammenarbeit statt Spaltung – diese Botschaft soll auch über den Molana-Abend hinaus weitergetragen werden.






























