Bericht über den achten Workshop „Gewalt und Extremismus gegen Frauen“ in St. Pölten

Am 20. Dezember 2025 fand der achte Workshop „Gewalt und Extremismus gegen Frauen“ in St. Pölten statt. Die Veranstaltung wurde von Team Akis organisiert und durchgeführt. Sie begann um 10:00 Uhr in der Herzogenburger Straße 18–20, 3100 St. Pölten, Niederösterreich. Insgesamt hatten sich 28 Personen angemeldet, von denen aufgrund von Krankheitsfällen schließlich 15 Teilnehmerinnen anwesend waren.

Organisation und Ablauf

Besonders positiv hervorgehoben wurde die organisierte Kinderbetreuung, die es den Müttern ermöglichte, entspannt und konzentriert am Workshop teilzunehmen. Fünf Teilnehmerinnen reisten extra aus Wien mit dem Auto an: Samira, Ariena, Herr Mir, Basira sowie Mariam mit ihren Kindern.

Als Expertinnen waren anwesend:

  • Frau Mariza, Expertin im Bereich Migration
  • Frau Hanifa aus Linz, die den Workshop leitete
  • Frau Johanna, Sozialarbeiterin bei der Caritas, die ihre langjährigen Erfahrungen in der Arbeit mit Asylbewerber*innen einbrachte

Zu Beginn des Workshops wurden die Teilnehmerinnen gebeten, Datenschutz- und Verschwiegenheitserklärungen zu unterzeichnen und sich in die Teilnehmerinnenliste einzutragen.

Inhaltlicher Schwerpunkt: Bildung als Schlüssel

Der inhaltliche Fokus des Workshops lag auf dem Thema Bildung, insbesondere auf den Rechten von Frauen und ihrem Recht auf Bildung. Die Workshopleiterin Frau Hanifa betonte mehrfach, wie wichtig kontinuierliches Lernen, Weiterbildung und vor allem der Ausbau der Deutschkenntnisse sind. Nur so könnten Frauen selbstständiger und selbstbewusster am gesellschaftlichen Leben in Österreich teilhaben.

Auch Frau Mariza und Frau Johanna griffen diesen Punkt auf und unterstrichen die große Bedeutung von Bildung und persönlicher Weiterentwicklung für die Integration und die Stärkung der Frauen.

Diskussionen und Perspektivwechsel

In mehreren interaktiven Diskussionsrunden wurde herausgearbeitet, dass Bildung eine zentrale Rolle bei der Prävention von Gewalt und Extremismus spielt. Die Teilnehmerinnen sprachen sich dafür aus, statt auf Gewalt auf positive und respektvolle Kommunikation zu setzen, da dies die Bereitschaft zur Teilnahme an solchen Veranstaltungen deutlich erhöht.

Frau Johanna brachte einen wertvollen alternativen Zugang zum Thema ein. Sie plädierte dafür, Gewalt nicht ausschließlich problemorientiert zu behandeln, sondern den Fokus stärker darauf zu legen, wie man ein guter Ehemann, Bruder oder allgemein ein respektvoller Mensch sein kann. Dieser Ansatz regte zum intensiven Nachdenken und zu einem offenen, konstruktiven Austausch an. In diesem Zusammenhang wurde auch die Idee diskutiert, dass Workshops mit Männern oft wirkungsvoller sind, wenn sie gemeinsam mit Frauen durchgeführt werden.

Viele Teilnehmerinnen berichteten von ihren Erfahrungen aus ländlichen Regionen. Besonders deutlich wurde die Herausforderung, dass analphabetische Frauen häufig große Hemmungen haben, an Bildungsangeboten teilzunehmen. Dies stellt eine besondere Hürde in der Integrations- und Bildungsarbeit dar.

Zudem äußerten viele Frauen den Wunsch nach mehr sportlichen und freizeitorientierten Angeboten – sowohl zur körperlichen Betätigung als auch zum sozialen Austausch und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.

Abschluss und Atmosphäre

Der Workshop endete mit einem gemeinsamen Pizzaessen, das für eine lockere, angenehme und wertschätzende Atmosphäre sorgte. Alle Teilnehmerinnen zeigten sich sehr zufrieden mit dem Tag und bewerteten den Workshop als gelungen.

Insgesamt bot der achte Workshop einen wichtigen geschützten Raum für Austausch, neue Perspektiven und gegenseitige Stärkung. Er machte einmal mehr den hohen Bedarf an muttersprachlichen Bildungs- und Informationsangeboten für Frauen deutlich.

Der Workshop wurde vom Österreichischen Sozialministerium gesponsert

kert
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